SmartTex-Netzwerk unter der Leitung von r+p

Pressemitteilung vom 30. 6. 2011

 

Meldet bald das Bettlaken beim Pflegedienst, wenn der Kranke Hilfe braucht? 

Kann der textile Vorhang am Fenster demnächst Strom erzeugen?

 

Die Kombinationen von textilen Materialien und Sensor- oder Solartechnik sind Themen, an denen im SmartTex-Netzwerk gearbeitet wird. Jetzt hat die Thüringer Aufbaubank das Netzwerk offiziell anerkannt und Fördermittel bewilligt.

 

Der Startschuss für die gezielte Zusammenarbeit der Gruppe fiel am 29. Juni 2011 in Weimar. 18 Thüringer Unternehmen und Forschungsinstitute sowie Vertreter der Thüringer Aufbaubank trafen sich, um über ·mögliche Kooperationen zu diskutieren und sich über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Klaus Richter von der Koordinierungsstelle des Netzwerkes und Geschäftsführer der richter+partner GmbH, Weimar, bringt die Ausgangssituation auf den Punkt: „Viele Ergebnisse Thüringer Forschungseinrichtungen liegen in den Schubladen, weil die Unternehmer davon kaum etwas wissen. Und auch zwischen den Unternehmen selbst gibt es wenig Austausch. Viele Potentiale bleiben so ungenutzt.“

SmartTex-NetzwerkSmartTex Netzwerktreffen am 29. Juni 2011

 

 

Das SmartTex-Netzwerk bringt erstmalig Wissenschaftler, Entwickler und Produzenten zusammen, die gemeinsam das Ziel verfolgen die großen Wachstumschancen im Bereich Technische Textilien zu nutzen.

Mit Hilfe von neuartigen Verfahren, Technologien und Materialkombinationen sollen Textilien mit außergewöhnlichen Eigenschaften ausgestattet werden: Textilien, die Strom leiten und produzieren, Wärme oder Kälte erzeugen oder über medizinische und technische Sensoren verfügen, die verschiedene Signale und Informationen übermitteln.

Für diese smarten Textilien, auch „smart textiles“ genannt, gibt es vielfältige Marktchancen und internationa

l hohe Zuwachsraten. Neben der Bekleidungsindustrie und den Heim- und Haustextilien werden sie vor allem in der Fahrzeugindustrie, der Medizintechnik, im Freizeit- und Wellnessbereich, in der Gebäudeausstattung, dem Maschinenbau und der Verfahrenstechnik eingesetzt.

Dass ein Großteil der Thüringer Textil- und Textilverarbeitungsunternehmen und auch die SmartTex-Netzwerkmitglieder nur wenige Beschäftigte haben, hat den Vorteil, dass sie als kleine Unternehmen häufig flexibler und schneller auf neue Produkte und Entwicklungen reagieren können.

Die beteiligten Thüringer Textilunternehmen sehen besonders in der Kooperation mit regional ansässigen Firmen, die sich mit Optik, Energiegewinnung und -speicherung oder mit Beschichtungs- und Oberflächentechnik beschäftigen, gute Profilierungsmöglichkeiten.

Für Forschungs- und Entwicklungsleistungen stehen den Unternehmern u.a. das Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (TITV e.V.) und das Thüringer Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK e.V). Beide Institute sind auch Mitglieder des neuen SmartTex-Netzwerkes. Weitere branchenfremde Forschungsinstitute, wie das Fraunhofer-IOF für Angewan

dte Optik und Feinmechanik, das Institut für Photonische Technologien (IPHT Jena) und die TU-Ilmenau arbeiten mit dem Netzwerk eng zusammen.

Gerade aus den unterschiedlichen Kompetenzen aus verschiedenen Branchen sollen im Netzwerk neue Ideen und Produkte entstehen und bisher schlummernde Leistungspotenziale von „smart textiles“ intensiver genutzt werden.

„Neben dem internen Erfahrungsaustausch und der projektbezogenen Zusammenarbeit wird es auch Seminare, Workshops und Symposien geben. Damit wollen wir interessierte Unternehmer über die Arbeit, die Aufgaben und Chancen der Produktentwicklungen informieren“, kündigte Netzwerkmanagerin Dagmar Büchner von der Agentur richter+partner GmbH, Weimar an. „Wir sind offen für Partner aus vielen Bereichen, die Verschiedenartigkeit macht das Projekt so spannend.“